Resilienz in bewegten Zeiten — Stabil bleiben, wenn sich alles verändert
Halbtägiger Resilienz-Vortrag mit anschließendem Workshop für ca. 60 Mitarbeiter:innen des Finanzamts Wolfenbüttel — über Veränderung, Stress, Selbststeuerung und digitale Resilienz im Arbeitsalltag.

Am 27. Mai 2026 hat Henriette Hochstein-Frädrich im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements einen halbtägigen Resilienz-Impuls für rund 60 Mitarbeiter:innen des Finanzamts Wolfenbüttel gestaltet: zwei Stunden Keynote-Vortrag, gefolgt von einem zweistündigen, vertiefenden Workshop.
Worum es ging
Der Vormittag war als inspirierender Vortrag angelegt und betrachtete Resilienz aus verschiedenen Perspektiven: persönlich, gesellschaftlich, neurobiologisch und beruflich. Ausgangspunkt war die Frage, warum Veränderung für uns Menschen oft so anstrengend ist — selbst dann, wenn sie objektiv sinnvoll oder notwendig ist. Unser Gehirn liebt Sicherheit, Vertrautheit und Wiederholung. Veränderung bedeutet zunächst einmal: mehr Unsicherheit.
Von dort führte der Vortrag weiter zu der Frage, wie wir mit Krisen, Herausforderungen und den berühmten „Raus-aus-der-Komfortzone"-Momenten umgehen. Denn Resilienz entsteht nicht dort, wo alles leicht ist. Sie entsteht dort, wo wir mit Druck, Brüchen, Widerständen und neuen Anforderungen in Kontakt kommen — und lernen, nicht nur zu reagieren, sondern bewusster zu handeln.
Cortex, Baby! — Stress & Gehirn
Ein besonderer Fokus lag auf dem Zusammenspiel von Stress und Gehirn. Unter dem Motto „Cortex, Baby!" ging es darum, was in unserem Kopf passiert, wenn wir unter Druck geraten: Warum wir in stressigen Situationen schneller in alte Muster fallen, warum klares Denken dann schwerer wird — und wie wir wieder mehr Zugriff auf Selbststeuerung, Abstand und Handlungsspielraum bekommen.
Digitale Resilienz — der unsichtbare Stressor
Auch das Thema digitale Resilienz spielte eine zentrale Rolle. Aufmerksamkeit ist eine der kostbarsten Ressourcen unserer Zeit. Permanente Reize, Nachrichten, Informationsflut und digitale Ablenkung wirken nicht nur privat, sondern auch beruflich auf unser Stresssystem. Wer resilient bleiben möchte, muss deshalb nicht nur mit äußeren Anforderungen umgehen lernen — sondern auch mit dem eigenen Fokus.
Genau hier setzt Quit the Feed! an: Social Media ist einer der größten Resilienz-, Happiness- und Zufriedenheits-Killer unserer Zeit — und funktioniert dabei nach den gleichen Mechanismen wie Rauchen. Wir erzählen uns Lügen über Sichtbarkeit und Information, während uns Fokus, Energie und Selbstwert davonbröckeln. Der bewusste Entzug ist eine der wirksamsten Resilienz-Strategien überhaupt.
Vertiefung im Workshop — Kintsugi statt Makellosigkeit
Im Anschluss an den Vortrag gab es eine freiwillige Vertiefung für die Mitarbeitenden, die das Thema noch konkreter auf ihren Alltag übertragen wollten. Im Mittelpunkt standen zentrale Resilienzfaktoren, persönliche Ressourcen, Stressmuster, Selbstführung und alltagstaugliche Strategien.
Ein besonders schönes Bild für diesen Teil war das japanische Prinzip Kintsugi: die Kunst, zerbrochene Keramik nicht unsichtbar zu reparieren, sondern die Bruchstellen mit Gold sichtbar zu machen. Übertragen auf Resilienz bedeutet das: Wir müssen nicht makellos durchs Leben gehen. Entscheidend ist, wie wir mit Brüchen, Belastungen und Herausforderungen umgehen — und welche Stärke, Klarheit oder Weisheit daraus entstehen kann.
Gerade im Kontext eines Finanzamts wurde dabei deutlich: Resilienz bedeutet nicht, einfach immer mehr auszuhalten. Es geht nicht darum, noch belastbarer, noch effizienter oder noch unempfindlicher zu werden. Es geht darum, unter anspruchsvollen Bedingungen menschlich, klar, professionell und gesund zu bleiben.
Format & Teilnehmende
- 2 Stunden Keynote-Vortrag & 2 Stunden interaktiver Workshop
- ca. 60 Mitarbeiter:innen des Finanzamts Wolfenbüttel
- Rahmen: Betriebliches Gesundheitsmanagement, Finanzämter Niedersachsen
- Sprache: Deutsch
Thematische Schwerpunkte
- Resilienz in Zeiten von Veränderung, Unsicherheit und Dauerbelastung
- Warum Veränderungen für unser Gehirn so anstrengend sind
- Umgang mit Stress, Druck und mentaler Überforderung
- Neurobiologische Grundlagen: „Cortex, Baby!"
- Selbststeuerung statt Dauerreaktion
- Digitale Resilienz, Fokus und Aufmerksamkeit
- Resilienz im Arbeitsalltag des öffentlichen Dienstes
- Kintsugi als Bild für Brüche, Wachstum und innere Stärke
- Konkrete Impulse für mehr Klarheit, Stabilität und Handlungsspielraum
Das Fazit
Die Teilnehmenden gingen aus dem Vortrag mit einem klaren Gefühl — und einem klaren Wissen: Ich kann lernen, bewusster mit Veränderung, Stress und Belastung umzugehen. Denn Resilienz beginnt nicht damit, dass das Leben leichter wird. Resilienz beginnt dort, wo wir lernen, uns selbst inmitten des Schweren besser zu steuern.
Anfragen für Keynotes, Workshops & Inhouse-Formate: siehe Vortragsseite oder per E-Mail an info@quit-the-feed.com. Wer einen weiteren Live-Auftritt zum Thema digitale Resilienz sehen möchte, findet hier die Keynote vom Fernwärme-Forum 2026 in Bern.

Quit the Feed! — Der vollständige Ausstieg
Was in der Folge nur angerissen wird, steht im Buch komplett: die Wissenschaft hinter der Social-Media-Sucht, die 15 Lügen, die uns drinhalten — und der fünfstufige Entzug, mit dem du wirklich rauskommst.
Mit Henriette Hochstein-Frädrich · Autorin von Quit the Feed!




